Bis Österreich frei von Schand – Das Leben des steirischen Partisan Sepp Filz

Projekt

 

AntragstellerInnen

CLIO – Verein für Geschichts- und Bildungsarbeit

Schwerpunkt

Gedenken / Erinnern

Kategorie

Buchprojekt

Beschluss

19.11.2018

Fördermittel

Nationalfonds-Budget

Ort

Österreich

Beschreibung

Sepp Filz wurde 1906 in Donawitz geboren, wo er eine Schlosserlehre im Alpine-Werk absolvierte und sich gleichzeitig auch politisch organisierte: zunächst in der Sozialistischen Arbeiterjugend, 1922 in der Kommunistischen Partei. Nach dem Verbot aller Arbeiterparteien arbeitete er illegal weiter und fuhr 1935 als Delegierter der Steiermark nach Moskau, wo der Weltkongress der Kommunistischen Internationale tagte. Wieder zurück in der Steiermark arbeitete er an der Bildung einer antinationalsozialistischen Abwehrfront. Nach dem Anschluss 1938 war Filz weiter politisch aktiv und musste schließlich im Frühjahr 1943 zu den slowenischen Partisanen fliehen, in deren Reihen er mitkämpfte. Nach mehrmonatigem Einsatz im Kärntner-Slowenischen Grenzgebiet kehrte er wieder nach Leoben zurück und gründete mit anderen im Herbst 1943 die Österreichische Freiheitsfront (ÖFF). Diese rief die Bevölkerung auf im Widerstand zu kämpfen. Im Frühjahr 1944 begannen die Partisanen der ÖFF mit Sabotageakten und sprengten Gleisanlagen. Am 1. Dezember 1944 wurde Sepp Filz im Kampf schwer verletzt, dennoch gelang es ihm, zu entkommen und bis ins Frühjahr 1945 unterzutauchen. Am 8. Mai 1945 drang Filz mit weiteren Kämpfern in das Hüttenwerk Donawitz ein, ließ den Werkschutz entwaffnen und übergab die Waffen den Mitgliedern der ÖFF. Gemeinsam besetzten sie in der Folge alle Ämter der Stadt und des Bezirks. Filz bildete zur Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung einen „Dreier-Ausschuss“, dem er selbst vorstand, ihm zur Seite ein Sozialist und ein Christlich-Sozialer. Als im Herbst 1945 das Hüttenwerk Donawitz wegen ausbleibender finanziellen Mitteln vor dem Ende stand, sprach Filz als Betriebsobmann bei der provisorischen Regierung in Wien vor und versicherte Bundeskanzler Karl Renner, dass aus den dortigen Hochöfen bald Eisen fließen wird. Filz organisierte Schrott, Geld und Essen. Am 10. August 1946 war es schließlich soweit, der erste Hochofen ging wieder in Betrieb, weitere folgten. Das Überleben des Standorts Donawitz war gesichert.

Website

Hinweis

Inhalt und Beschreibung der Projekte basieren grundsätzlich auf Angaben der jeweiligen AntragstellerInnen. Diese werden vom Nationalfonds für die Veröffentlichung auf der Website redigiert und anschließend ins Englische übersetzt. Trotz sorgfältiger Prüfung kann keine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten übernommen werden.