Die jüdische Familie Wallenstein-Benkö. „Ich habe nie verstanden, warum er zurückkam und blieb“ Martin Pieber

Projekt

 

AntragstellerInnen

edition lex liszt 12 – Verein zur Förderung von Publikationen und Medien

Schwerpunkt

Gedenken / Erinnern

Kategorie

Buchprojekt

Beschluss

19.11.2018

Fördermittel

Nationalfonds-Budget

Ort

Österreich

Beschreibung

Im Buch über die jüdische Familie Wallenstein-Benkö wird vom Schicksal der Familienmitglieder erzählt, die ab dem Beginn der 1890er Jahre in die Ortsgemeinschaft integriert in Neusiedl am See lebten. Das jüdische Ehepaar Maria und Salomon Wallenstein besaßen eine Schnittwarenfachhandlung im Ort. Wenige Monate bevor die Nationalsozialisten im Jahr 1938 die Macht übernahmen, war Emmerich Benkö als dritte Generation in den Familienbetrieb eingestiegen. Mit dem Umsturz änderte sich die Situation der etwa dreißig in Neusiedl am See lebenden JüdInnen dramatisch. Die sechs Mitglieder der Familie Wallenstein-Benkö wurden misshandelt und im Anhaltelager Frauenkirchen inhaftiert. Sie wurden enteignet beziehungsweise gezwungen ihren Besitz zu verkaufen. Bald darauf mussten sie das Burgenland Richtung Ungarn verlassen, wo sie sich in Györ niederließen und sich mit Gelegenheitsarbeiten durchschlugen. Emmerich Benkö konvertierte zum Christentum und ließ sich in der römisch-katholischen Kirche taufen. Er wurde zum Zwangsarbeiterdienst eingezogen und im April 1944 von der Gestapo inhaftiert. Seine Schwester Bözsi heiratete in dieser Zeit in Györ und brachte einen Sohn zur Welt. Im Juni 1944 wurde die Familie in Viehwaggons nach Auschwitz-Birkenau deportiert. Vier Generationen der Familie kamen gleich nach der Ankunft in den Gaskammern ums Leben. Nur einer von ihnen, Emmerich Benkö überlebte sechs Konzentrationslager in Polen, Österreich und den Todesmarsch. Er wurde 1945 von den Amerikanern aus dem Konzentrationslager Gusen II befreit und kehrte in seine Heimatstadt zurück. In Neusiedl am See gelang es ihm mühsam, wenigstens einen Teil des Besitzes seiner Eltern zurückzuerlangen.

Website

Hinweis

Inhalt und Beschreibung der Projekte basieren grundsätzlich auf Angaben der jeweiligen AntragstellerInnen. Diese werden vom Nationalfonds für die Veröffentlichung auf der Website redigiert und anschließend ins Englische übersetzt. Trotz sorgfältiger Prüfung kann keine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten übernommen werden.