Den Opfern eine (Lebens-)Geschichte. Biografische Forschungen zu den 360 „Euthanasie“ Opfern der Heil- und Pflegeanstalt Hall in Tirol

Projekt

 

AntragstellerInnen

Tirol Kliniken, Landeskrankenhaus Hall in Tirol

Schwerpunkt

Gedenken / Erinnern

Kategorie

Forschungsprojekt

Beschluss

17.06.2019

Fördermittel

Nationalfonds-Budget

Ort

Österreich

Beschreibung

Im Rahmen der nationalsozialistischen „Euthanasie“ wurden aus diversen Einrichtungen im Gau Tirol-Vorarlberg in den Jahren 1940 bis 1942 insgesamt 707 psychisch oder geistig beeinträchtigte Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder abtransportiert und in Hartheim sowie in Niedernhart ermordet. Alleine 360 dieser getöteten Menschen wurden aus der damaligen Heil- und Pflegeanstalt Hall in Tirol deportiert, dessen Nachfolgeinstitution das heutige Landeskrankenhaus Hall in Tirol – mit seinen beiden Abteilungen für Psychiatrie und Psychotherapie A und B – ist. Die Opfer sind namentlich bekannt, was jedoch bisher fehlt, ist ein entsprechendes Gedenkzeichen für die ermordeten PatientInnen. Ein solches ist nunmehr in Planung. Die Opfer sollen nicht nur einen Namen, sondern, wenn möglich, auch ein Gesicht und eine Lebensgeschichte bekommen. Als Grundlage werden daher im Rahmen des beantragten Projektes für jedes der 360 Opfer eine Kurzbiografie mit Angaben zu Geburtsort, Heimatort, letzter Wohnort, Stand, Deportationsdatum und –ort erstellt. Zusätzlich werden für rund 40 PatientInnen stellvertretend und exemplarisch vertiefende Lebensgeschichten recherchiert und schriftlich festgehalten. Dafür bedarf es umfangreicher biografischer Forschungen zu den einzelnen ermordeten PatientInnen. Die verschriftlichten Biografien werden im Historischen Archiv des Landeskrankenhauses für BesucherInnen einsehbar sein und auch an einem Informationsterminal beim Denkmal selbst. Die Erstellung der 40 Lebensgeschichten stellt keinen abgeschlossenen Prozess dar, sondern soll dazu anregen, dass auch nach Abschluss des Projektes Familienangehörige, Gedenkinitiativen und Schulprojekten weitere Biografien für die Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden, um so das Gedenken an die einzelnen Opfer lebendig zu halten. In diesem Sinne wird auch eine Bestandsaufnahme und fotografische Erfassung bereits existierender Erinnerungszeichen in den Geburts-, Heimat- und letzten Aufenthaltsorten gemacht. Diese bestehenden regionalen Erinnerungszeichen werden bei den einzelnen Opferbiografien ebenfalls sichtbar gemacht.

Hinweis

Inhalt und Beschreibung der Projekte basieren grundsätzlich auf Angaben der jeweiligen AntragstellerInnen. Diese werden vom Nationalfonds für die Veröffentlichung auf der Website redigiert und anschließend ins Englische übersetzt. Trotz sorgfältiger Prüfung kann keine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten übernommen werden.