Das Märchen vom Mädchen im Klavier

Projekt

 

AntragstellerInnen

Dr. Demmelbauer Filmproduktion

Schwerpunkt

Gedenken / Erinnern

Kategorie

Filmprojekt

Beschluss

17.06.2019

Fördermittel

Nationalfonds-Budget

Ort

Österreich

Beschreibung

Helga Pollak-Kinsky wird als einziges Kind von Otto und Frieda Pollak am 28. Mai 1930 in Wien geboren. Ihr Vater führt gemeinsam mit seinem Bruder Karl den legendären „Palmhof“, ein Konzert-Caféhaus in der Mariahilfer Straße. In der darüber liegenden Etagenwohnung wächst Helga glücklich auf. Besonders liebt sie die swingenden Klavierkonzerte, die bis in die Nacht in das Kinderzimmer hörbar sind. Ihr Vater Otto stammt aus dem im heutigen Tschechien liegenden Kyjov/Gaya. Beim Putsch der österreichischen Nationalsozialisten werden zwei Bombenanschläge gegen das Caféhaus verübt. Später erfährt Helga aus dem Radio, wie der Bundeskanzler Schuschnigg am 11. März 1938 abdankt. Am nächsten Tag marschieren deutsche Truppen durch die Mariahilfer Straße. Die Nürnberger Rassegesetze gelten nun auch in Österreich. Durch die antisemitischen Ereignisse in Wien entschließen sich Helgas Eltern ihre Tochter nach Kyjov zu ihrer Tante zu bringen, wo sie nun die tschechische Schule besucht. Am 15. März 1939 okkupiert die deutsche Wehrmacht Tschechien. Das Caféhaus Palmhof ist inzwischen arisiert und sein Vermögen von den Nazis gestohlen. Im Januar 1943 wird Helga mit ihrem Vater nach Theresienstadt deportiert. Sie wird von ihrem Vater getrennt und dem Mädchenlager L 410 Zimmer 28 zugewiesen. Ihre Lagerbetreuerin Tella, eine Pianistin, ist bemüht sie von der mörderischen Wirklichkeit abzulenken. Am 23. Oktober 1944 wird Helga von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert. Als die Viehwaggons im Todeslager halten, herrscht gespenstische Stille. Helga erlebt alles unter Schock. Mengele selektiert die nackten, kahlgeschorenen Menschen. Helga macht sich um vier Jahre älter und zu ihrem Glück wird sie einer Gruppe von Frauen für die Zwangsarbeit in einer Munitionsfabrik zugeteilt. Ende April 1945 wird sie mit einem der Elendstransporte wieder nach Theresienstadt deportiert, wo sie ihren Vater wiedersieht. Ein paar Tage später erleben sie gemeinsam die Befreiung durch die rote Armee. Aus ihren Tagebuchaufzeichnungen verfasst sie ein Buch über ihre Erlebnisse mit dem Titel „Die Mädchen von Zimmer 28: Freundschaft, Hoffnung und Überleben in Theresienstadt“.

Website

Hinweis

Inhalt und Beschreibung der Projekte basieren grundsätzlich auf Angaben der jeweiligen AntragstellerInnen. Diese werden vom Nationalfonds für die Veröffentlichung auf der Website redigiert und anschließend ins Englische übersetzt. Trotz sorgfältiger Prüfung kann keine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten übernommen werden.