Umkämpftes Erinnern: Die Geschichte der KZ-Gedenkstätte Melk

Projekt

 

Beschreibung

Zwischen 21.4.1944 und 15.4.1945 existierte in Melk eines der größten Außenlager des KZ Mauthausen, das mit Abstand größte auf dem Gebiet des heutigen Niederösterreichs. Für die Kugel- und Wälzlagerproduktion der Steyr-Daimler-Puch AG in einer Stollenanlage unter dem Wachberg wurden binnen eines Jahres rund 14.400 KZ-Häftlinge zur Zwangsarbeit herangezogen, fast 5.000 kamen um und wurden großteils im eigens errichteten Krematorium verbrannt. Während der KZ-Standort in der Melker Kaserne nach Kriegsende – zunächst als „Durchgangslager“ und ab 1956 wieder als Kaserne – nahtlos weiterverwendet wurde, stand das Krematoriumsgebäude ab Mitte April 1945 leer und drohte – trotz regelmäßiger Besuche französischer KZ-Überlebender – abgerissen zu werden. Erst Interventionen seitens der KZ-Überlebenden sowie seitens der sowjetischen Kommandantur stellten den Erhalt des Gebäudes sicher, 1962 wurde das Gebäude als öffentliches Denkmal gewidmet und 1963 vom damaligen niederösterreichischen Landeshauptmann Leopold Figl eingeweiht. Seither ist die Gedenkstätte zwar offiziell Teil der österreichischen Gedenklandschaft, vor Ort bestand aber kein Interesse an einer aktiven Auseinandersetzung mit der Geschichte des KZ-Außenlagers bzw. an einer Sichtbarmachung des Gedenkortes. Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht die Frage, welche Entwicklung das ehemalige KZ-Außenlager Melk nach der Lagerevakuierung im April 1945 genommen hat. Die Ergebnisse dieses Forschungsprojekts sollen in Form einer Publikation öffentlich zugänglich gemacht, noch viel wesentlicher aber, für die Vermittlungsarbeit vor Ort übersetzt und operationalisierbar gemacht werden. Dies erfolgt einerseits in Form einer Ausstellung zur Gedenkstätten-Geschichte im Jahr 2022, also zum 60. Jahrestag der Gedenkstätten-Widmung, die im nun denkmalgeschützten „Objekt 10“ in der Pionierkaserne gezeigt werden soll; andererseits in Form neu entwickelter pädagogischer Materialien für die Vermittlungsarbeit mit SchülerInnen und Jugendlichen vor Ort.

AntragstellerInnen

Verein Merkwürdig - Zeithistorisches Zentrum Melk

Standort

Beschluss

21.12.2020

Kategorie

Forschung

Schwerpunkt

Wissenschaftliche Projekte

Fördermittel

Nationalfonds-Budget

Hinweis

Inhalt und Beschreibung der Projekte basieren grundsätzlich auf Angaben der jeweiligen AntragstellerInnen. Diese werden vom Nationalfonds für die Veröffentlichung auf der Website redigiert und anschließend ins Englische übersetzt. Trotz sorgfältiger Prüfung kann keine Garantie für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Daten übernommen werden.