Dialogforum zur Schulpartnerschaft Österreich – Israel
Wien, am 20. Mai 2026 – Heute fand im Palais Epstein ein Dialogforum zur „Schulpartnerschaft Österreich – Israel“ statt.
Eröffnung und politische Einbettung
Zweiter Nationalratspräsident Peter Haubner begrüßte Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Schulleitungen zum Dialogforum und betonte, dass internationale Schulpartnerschaften persönliche Begegnungen ermöglichen, neue Perspektiven eröffnen und zeigen, was es heute bedeutet, aus Geschichte zu lernen.
Nach den Eröffnungsworten von Judith Pfeffer, Vorständin des Nationalfonds, diskutierten Jakob Calice (Geschäftsführer des OeAD), Hannah Lessing (Vorständin des Nationalfonds) und Barbara Schrotter (Abteilungsleiterin im Bildungsministerium) die zentrale Frage: „Warum eine Schulpartnerschaft mit Israel?“. Die Runde wurde von Julia Mayr moderiert.
Im Anschluss hielt Elizaveta Firsova-Eckert, Leitende Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Didaktik der Demokratie an der Leibniz Universität Hannover, eine Keynote zum Thema „Erfahrungen, die bleiben – Zur Wirkung des deutsch-israelischen Schüler- und Jugendaustauschs“ mit anschließender Fragerunde für das Publikum.
Praxisnaher Erfahrungsaustausch im Fokus
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Reflexion und Erfahrungsaustausch für zwei Gruppen:
- Für Lehrpersonen und Schulleitungen
Bianca Kämpf vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und Axel Schacht von erinnern.at sprachen zunächst über „Antisemitismus – Gesellschaftliche Herausforderung und pädagogisches Handeln“. Danach gaben Simon Dirksen (Pädagogischer Austauschdienst Deutschland, Schulpartnerschaften Israel) und Marie-Kristin Mandl (Erasmus+ Schulbildung) wertvolle Einblicke in den „Erfahrungsaustausch internationaler Schulpartnerschaften“.
- Für Schüler:innen und Lehrpersonen
In einem parallelen Programmbereich stellte die Lehrerin und Autorin Martina Pfistermüller-Czar Unterrichtsmaterialien für die Vorbereitung eines Schulaustausches mit Israel vor.
Ein Filmbeitrag gab einen Einblick in Erfahrungsberichte von zwei deutschen Schülerinnen über ihren Schulaustausch mit Israel.
Podiumsdiskussion: Brücken bauen
Unter dem Titel „Von der Neugier zur Verbundenheit: Schulpartnerschaften als Brücke zu Verständnis und Freundschaft“ diskutierte von Julia Mayr moderierte Expert:innen-Runde über Chancen, Erwartungen und Erfahrungen zu Schulpartnerschaften:
- Simon Dirksen (Pädagogischer Austauschdienst Deutschland)
- Robert Donner (Direktor der Pilotschule GRG 13 Wenzgasse)
- Beatrice Kricheli (Vorsitzende der Jugend- und Sportkommission der IKG Wien und Projektverantwortliche von LIKRAT Österreich)
- Daniela Lackner (Lehrerin und Netzwerkkoordinatorin von erinnern.at Wien)
- Lea Lamedschwandner (Schülerin an der Pilotschule GRG 23)
Zum Abschluss fassten Hannah Lessing, Judith Pfeffer, Barbara Schrotter und Michaela Poppe, Leiterin der Abteilung Bildung und Gesellschaft im OeAD, Erkenntnisse des Tages zusammen und blickten auf die nächsten Schritte des Projekts.
Historischer Ausklang
Im Anschluss hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, an einer Führung durch den 2. Wiener Gemeindebezirk teilzunehmen. Diese wurde von Veronika Maierl und Likrat gestaltet und vom OeAD begleitet.
Zum Hintergrund des Programms
Die Unterstützung internationaler Austauschprogramme für Jugendliche gehört seit 2024 zu den Aufgaben des Nationalfonds. Dieses Bildungsangebot verbindet interkulturelles Lernen mit historischer Verantwortung, aktiver Bewusstseinsbildung und der fundierten Auseinandersetzung mit Antisemitismus.
In Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und dem OeAD – Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung – wird derzeit ein Schulaustauschprogramm zwischen Österreich und Israel aufgebaut. Das Programm unterstützt Begegnungen zwischen Jugendlichen beider Länder, vermittelt Einblicke in Gesellschaft, Geschichte und Gegenwart des jeweiligen Landes und stärkt das Bewusstsein für jüdisches Leben sowie für aktuelle Formen von Antisemitismus.