Generalsekretärin Lessing erhielt Max und Trude Berger-Preis des Jüdischen Museums Wien

Am Dienstag, 6. Dezember 2016, erhielt die Generalsekretärin des Nationalfonds für Opfer des Nationalsozialismus, Hannah Lessing, den Max und Trude Berger-Preis für herausragende Verdienste zugunsten des Jüdischen Museums Wien (JMW). Die Preisverleihung fand unter Anwesenheit der israelischen Botschafterin in Österreich statt, die auch die Laudatio auf die Preisträgerin hielt.

Die Direktorin des JMW, Dr. Danielle Spera, hob in ihrer Begrüßung die guten Beziehungen zum Nationalfonds hervor und betonte dessen Unterstützung bei Ausstellungen wie etwa "Simon Wiesenthal in Wien" oder "Die bessere Hälfte. Jüdische Künstlerinnen bis 1938" ebenso wie bei einem laufenden Projekt zur Rekonstruktion der im Novemberpogrom 1938 zerstörten Wiener Synagogen.

Die Botschafterin Israels in Österreich, Talya Lador-Fresher, verwies in ihrer Rede auf das 60-jährige Bestehen diplomatischer Beziehungen zwischen Österreich und Israel und ergänzte: "Wenn man Österreichs historische Mitverantwortung und die finanzielle Wiedergutmachung thematisiert, ist es unmöglich, darin die zentrale Rolle von Hannah Lessing zu übersehen. Institutionen wie der Nationalfonds sind sehr wichtig für Österreich, auch wenn einmal keine Überlebenden der Shoah mehr am Leben sind. Das Wissen über den Holocaust an junge Generationen weiterzugeben, ist eine wichtige und dringende Aufgabe. Um dies zu erreichen, braucht es Menschen wie Hannah – mit Kopf und Herz."

Generalsekretärin Lessing bedankte sich für die Auszeichnung und betonte ihrerseits die wichtige Vermittlerrolle des JMW. "Wir sind Partner in vielen Projekten, die den Menschen die Geschichte und Schicksale der österreichischen Jüdinnen und Juden nahebringen", so Lessing in ihrer Dankesrede. "Das Sammler-Ehepaar Berger hat dazu beigetragen, dass wir uns heute eine Vorstellung vom jüdischen Leben in Mitteleuropa machen können, das durch den Nationalsozialismus fast ausgelöscht wurde. Es ist mir daher eine große Ehre, den Max und Trude Berger-Preis des Jüdischen Museums Wien zu erhalten."

Die Laudatio für den zweiten Preisträger, DI Stefan Stolitzka, CEO der Legero Schuhfabrik GmbH, hielt Jasper Sharp, Adjunct Curator des Kunsthistorischen Museums Wien. Für die musikalische Umrahmung sorgte Theo Lieder.

Der Max und Trude Berger-Preis ist nach dem gleichnamigen Sammler-Ehepaar benannt. Die Sammlung Berger zählt zu den herausragenden Judaica-Sammlungen der Welt. Die Objekte stammen größtenteils aus der Habsburger-Monarchie und reichen von der kunstvoll gearbeiteten Thora-Krone bis zur volkstümlichen Esther-Rolle. Die Sammlung Max Berger ist nach der Sammlung der IKG der größte Bestand des JMW.

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