Holocaust-Gedenktag für Rom:nja und Sinti:zze 2026
Anlässlich des europäischen und nationalen Holocaust-Gedenktags für Roma und Sinti am 2. August finden Gedenkveranstaltungen in Österreich sowie im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau statt.
Gedenkveranstaltungen in Wien und Lackenbach
Die offizielle Gedenkveranstaltung der Republik Österreich anlässlich des nationalen Gedenktages für Roma und Sinti findet am Freitag, dem 31. Juli 2026 um 10 Uhr im Weiheraum des Äußeren Burgtors in Wien statt. Die Gedenkveranstaltung findet auf Einladung der Präsident:innen des Nationalrates und des Bundesrates sowie des Volksgruppenbeirats der Roma statt.
Der Gedenkakt wird durch die von der Schauspielerin, Regisseurin und Kulturaktivistin Mercedes Echerer vorgetragene Lesung „Eine Lebensgeschichte“ von Walpurga Horvath sowie ein von Roma-Seelsorger und Pfarrer Matthias Platzer geleitetes Gebet samt stillem Gedenken gerahmt. Die Kranzniederlegung wird von Martin Denic am Akkordeon musikalisch begleitet. Die Veranstaltung ist medienöffentlich.
Am Nachmittag des 31. Juli 2026 um 14 Uhr findet auf Initiative des Bundesministeriums des Inneren (BMI) eine Gedenkveranstaltung in Lackenbach im Burgenland statt, wo während des Nationalsozialismus ein Anhaltelager für Roma und Sinti existierte. Heute erinnert eine Gedenkstätte an das Lager und deren Opfer. Beginn der Gedenkveranstaltung ist um 14.00 Uhr am Friedhof in der Bergstraße 54. Die von Stephan Mlczoch (BMI) eröffnete Gedenkveranstaltung umfasst Grußworte von Lackenbachs Bürgermeister Christian Weninger sowie historische Beiträge von Gerhard Baumgartner und Vivian Taubmann vom Verein Friedhof der Sinti in Lackenbach. Nach einem Gebet von Manuela Horvath (Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt) findet eine Kranzniederlegung am zentralen Denkmal statt.
Seitens des Nationalfonds wird Vorständin Judith Pfeffer an der offiziellen Gedenkveranstaltung im Äußeren Burgtor in Wien sowie in Lackenbach teilnehmen.
Internationales Gedenken im staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau
Die internationale Gedenkfeier zum europäischen Holocaust-Gedenktag für Roma und Sinti findet am Sonntag, 2. August 2026 um 12 Uhr im staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau statt und wird ab 11:30 Uhr im Livestream übertragen. Vertreterinnen und Vertreter Österreichs werden an der Gedenkveranstaltung vor Ort teilnehmen.
Gedenkveranstaltungen im Wiener Stephansdom und am Ceija-Stojka-Platz
Am Nachmittag des 2. August findet um 14:30 Uhr eine vom Nationalfonds unterstützte Gedenkveranstaltung mit Kranzniederlegung im Wiener Stephansdom statt. Die Veranstaltung erfolgt in enger Kooperation mit zahlreichen Sinti‑ und Roma‑Vereinen sowie Organisationen aus ganz Österreich und wird als gemeinsames Projekt umgesetzt, um den inneren Zusammenhalt der Community zu stärken und richtet sich zugleich an eine breite Öffentlichkeit, um den Dialog zu fördern.
Ebenfalls am 2. August 2026 um 18 Uhr werden auf Initiative der Hochschüler:innenschaft österreichischer Roma und Romnja (HÖR) anlässlich des Gedenktages am Ceija-Stojka-Platz im siebten Wiener Gemeindebezirk Kerzen im Gedenken an die Opfer der Volksgruppe während des Nationalsozialismus entzündet.
Historischer Hintergrund und geplante Gedenkstätte
Der Gedenktag erinnert an den Widerstand und die Ermordung von etwa 4.300 inhaftierten Sinti und Roma im sogenannten „Zigeunerlager“ durch die SS in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau.
2015 verabschiedete das Europäische Parlament eine Entschließung, in der es den 2. August als Gedenktag für den Völkermord an den Roma und Romnja, Sinti und Sintizze während des Zweiten Weltkrieges anerkannte.
Österreich hat diesen Gedenktag anerkannt. Im Jänner 2023 beschloss der Nationalrat einstimmig, den 2. August als Nationalen Gedenktag für die im Holocaust verfolgten und ermordeten Roma und Romnja, Sinti und Sintizze, einzurichten.
Seit 2024 ist der Nationalfonds mit der Errichtung einer zentralen Gedenkstätte für die NS-Opfer der Roma und Sinti beauftragt. Die Umsetzung erfolgt in einem breit angelegten Partizipationsprozess unter Einbindung der Vertreter:innen der Volksgruppenvereine sowie der Community.