Rückblick: Der Nationalfonds am Tag der offenen Tür im Parlament 2026
Am diesjährigen Nationalfeiertag öffnete das Hohe Haus zum 35. Mal seine Türen für die Öffentlichkeit. Zahlreiche Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, um einen Blick hinter die Kulissen des Parlaments zu werfen. Auch der Nationalfonds der Republik Österreich war mit einem Infostand in der Säulenhalle vertreten, um seine Aufgaben vorzustellen und mit den Besucherinnen und Besuchern ins Gespräch zu kommen.
Über 30 Jahre Einsatz für die Opfer des Nationalsozialismus
Seit über 30 Jahren steht der Nationalfonds für die besondere Verantwortung der Republik gegenüber den Opfern des Nationalsozialismus und eine lebendige Erinnerungskultur. Der Infostand gab Einblicke in die vielfältigen Aufgaben des Fonds: Diese reichen von den Leistungen an die NS-Opfer über die Bewahrung ihrer Lebensgeschichten und historische Recherchen bis hin zur Förderung von Erinnerungsprojekten.
Spuren finden und Schicksale aufklären: die Online-Services
Präsentiert wurden unter anderem die Online-Services des Nationalfonds, etwa das Online-Findbuch, das über die Website www.findbuch.at zugänglich ist. Es unterstützt Nachkommen und historisch Interessierte dabei, Verfolgungsgeschichten zu rekonstruieren und offene Fragen zu NS-Vermögensentziehungen sowie Entschädigungs- und Restitutionsmaßnahmen zu finden.
Erinnerungs- und Vermittlungsarbeit: Publikationen
Besonderes Augenmerk lag auf den Publikationen, darunter die Buchreihe „Erinnerungen. Lebensgeschichten von Opfern des Nationalsozialismus“. Diese machen individuelle (Über-)Lebenswege sichtbar und tragen dazu bei, insbesondere junge Menschen für die Geschichte zu sensibilisieren. Vorgestellt wurde auch der neu erschienene Band 9, der sich dem Exil in Südamerika widmet.
Aktueller Schwerpunkt der Projektförderung
Ein Schwerpunkt im Jahr 2026 widmet sich dem Kampf gegen Holocaust-Verzerrung und Desinformation in digitalen Medien. Der Nationalfonds fördert Projekte, die Falschinformationen aufdecken, digitale Lösungen entwickeln und die Verantwortung im digitalen Raum stärken.
Gedenken neu denken: Dialog und Zukunftsperspektiven
Der Tag der offenen Tür bot eine hervorragende Gelegenheit zum persönlichen Austausch. Das Team des Nationalfonds kam mit zahlreichen Menschen ins Gespräch – über die Instandsetzung jüdischer Friedhöfe, über die Österreich-Ausstellung in der KZ-Gedenkstätte Auschwitz oder über Vorhaben wie die Gedenkstätte für NS-Opfer der Roma und Sinti in Wien.
Zugleich wurde der Dialog über die Zukunft des Erinnerns fortzusetzen, den der Nationalfonds mit seiner Konferenz „Gedenken neu denken“ im Juni 2026 angestoßen hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Erinnerung auch jüngere Generationen erreichen kann und welche Bedeutung die Auseinandersetzung mit Geschichte für unsere Gesellschaft und Demokratie heute hat.
Die vielen Gespräche am Infostand zeigten das Interesse vieler Besucherinnen und Besucher unterschiedlicher Generationen, sich aktiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen.
„Geschichte verstehen. Verantwortung übernehmen. Demokratie stärken.“