Newsletter Juni 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit diesem Newsletter dürfen wir Sie über Neuigkeiten aus dem Nationalfonds und Friedhofsfonds informieren. Das erste Halbjahr 2026 stand und steht im Nationalfonds ganz im Zeichen des aktiven Erinnerns, wegweisender Beschlüsse und der Weiterentwicklung unserer Gedenkkultur für die Zukunft – über nationale Grenzen hinweg.
Nationalfonds-Konferenz „Gedenken neu denken“: Herausforderungen in digitalen Räumen
Am 19. Juni 2026 lädt der Nationalfonds gemeinsam mit dem Zweiten Präsidenten des Nationalrates, Peter Haubner, zur Konferenz „Gedenken neu denken“ im Parlament ein. Die Veranstaltung widmet sich den brennenden Fragen rund um Holocaust-Leugnung und -Verzerrung in Online-Medien, wo antisemitische und antiziganistische Narrative zunehmend durch Algorithmen und KI-generierte Inhalte verstärkt werden.
Nach Eröffnungsworten von Peter Haubner, einer Keynote des Historikers Philipp Blom und einem Interview mit den Medienexpert:innen Ingrid Brodnig und Jannis Johannmeier (moderiert von Rebekka Salzer) erarbeiten die Teilnehmenden in interaktiven Sessions konkrete Handlungsansätze für eine zeitgemäße Vermittlungsarbeit.
Beschlüsse der Kuratoriumssitzungen von Nationalfonds und Friedhofsfonds am 18. Mai 2026

Foto: Parlamentsdirektion/Thomas Topf
In den am 18. Mai 2026 stattgefundenen Kuratoriumssitzungen wurden wesentliche Beschlüsse für die österreichische Gedenk- und Erinnerungspolitik gefasst. Für die aktuelle Förderperiode des Nationalfonds wurden insgesamt 118 Projektanträge vorgelegt, von denen 84 Anträge mit einer Gesamtsumme von 896.714 Euro positiv beschlossen wurden. Davon flossen 461.000 Euro in sechs soziale und medizinische Programme sowie 425.714 Euro in 78 Projekte zur NS-Aufarbeitung und zum Opfergedenken.
Brücken bauen: Dialogforum zur Schulpartnerschaft Österreich – Israel

Foto: Nationalfonds/Johannes Zinner; Parlamentsdirektion/Bernadette Sattler-Remling
Am 20. Mai 2026 fand im Palais Epstein das Dialogforum zur „Schulpartnerschaft Österreich – Israel“ statt. Nach einer Begrüßung der Anwesenden durch Zweiten Nationalratspräsidenten Peter Haubner und Eröffnungsworten von Judith Pfeffer, Vorständin des Nationalfonds, diskutierten Jakob Calice (Geschäftsführer des OeAD), Hannah Lessing (Vorständin des Nationalfonds) und Barbara Schrotter (Abteilungsleiterin im Bildungsministerium) die zentrale Frage: „Warum eine Schulpartnerschaft mit Israel?“ Neben einer wissenschaftlichen Keynote und einem praxisnahen Erfahrungsaustausch für Schüler:innen, Lehrpersonen und Schulleitungen stand ein Podiumsgespräch unter dem Titel „Von der Neugier zur Verbundenheit: Schulpartnerschaften als Brücke zu Verständnis und Freundschaft“ im Mittelpunkt. Das in Kooperation mit dem Bildungsministerium und dem OeAD aufgebaute Austauschprogramm verbindet interkulturelles Lernen mit historischer Verantwortung und stärkt das Bewusstsein für jüdisches Leben sowie gegen aktuellen Antisemitismus.
Im Zeichen des Gedenkens: Gedenkveranstaltungen und Befreiungsfeiern im Mai

Fotos: Parlamentsdirektion/Thomas Topf; BKA/Regina Aigner
Der Mai stand im Zeichen des staatlichen und zivilgesellschaftlichen Gedenkens. Am 5. Mai 2026, dem Jahrestag der Befreiung des KZ Mauthausen, fand im Bundesversammlungssaal des Parlaments die Gedenkveranstaltung gegen Gewalt und Rassismus statt. Im Zentrum stand heuer der Gedenkdienst als Säule der Erinnerungsarbeit; die Gedenkrede hielt die Zeitzeugin Hedi Schnabl Argent.
Am 8. Mai 2026 beging die Republik im Bundeskanzleramt den 81. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus und das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Vorständin Hannah Lessing führte durch die Gedenkstunde, an der auch Vorständin Judith Pfeffer teilnahm; die Festrede hielt Ivan Krastev.
Ergänzend zu diesen staatlichen Akten fanden die vom Nationalfonds geförderten internationalen Befreiungsfeiern in den ehemaligen Konzentrationslagern Gusen und Mauthausen sowie das „Fest der Freude“ auf dem Wiener Heldenplatz statt.
Meilenstein für zentrale Gedenkstätte für Rom:nja und Sinti:zze: Standort steht fest

Fotos: Nationalfonds/Johannes Zinner
Für die geplante zentrale Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus aus den Reihen der Rom:nja und Sinti:zze wurde ein wesentlicher Meilenstein erreicht: Nach einem vom Nationalfonds koordinierten Abstimmungsprozess und der einstimmigen Entscheidung der Volksgruppe und des Volksgruppenbeirats wird das Mahnmal im Weghuberpark vor dem Justizministerium im 7. Wiener Gemeindebezirk errichtet.
Etwa 90 Prozent der rund 11.000 Angehörigen der Volksgruppe in Österreich fielen dem NS-Terror zum Opfer – die Gedenkstätte soll dieser im öffentlichen Bewusstsein vernachlässigten Opfergruppe nun den gebührenden Platz in der österreichischen Erinnerungskultur geben und ein Zeichen gegen anhaltenden Antiziganismus setzen.
Nach der erfolgreichen Standortfixierung laufen bereits die Vorbereitungen für den zweistufigen, europaweit ausgeschriebenen künstlerischen Wettbewerb zur Gestaltung des Gedenkortes, dessen Ausschreibung für Herbst 2026 geplant ist.
Internationale Kooperation: Vortrag und Ausstellungseröffnung in Dublin

Foto: Österreichische Botschaft Dublin
Am 16. April 2026 war der Nationalfonds am University College Dublin vertreten: Im Rahmen der „XVIII Annual Austrian History Lecture“ hielt Hannah Lessing einen Vortrag zum Thema „The Holocaust Today: Legacy or Burden? An Austrian Perspective“. An die Vorlesung schloss sich eine Podiumsdiskussion mit Nachkommen von Holocaust-Überlebenden an. Im Anschluss wurde im Gardiner Atrium des Universitätsgebäudes die Ausstellung des Nationalfonds feierlich eröffnet, die den Teilnehmerinnen und Teilnehmern beim anschließenden Empfang weiteren Raum für Austausch und Vertiefung bot.
Engagement für die digitale Holocaust-Forschung: Der Nationalfonds im Netzwerk von EHRI

Fotos: Pfoser ZT; VWI/Teresa Preis
Als aktiver Partner der European Holocaust Research Infrastructure (EHRI) setzte und setzt der Nationalfonds im Jahr 2026 Impulse.
Einen Einblick bot im April die „Lange Nacht der Forschung“: Gemeinsam mit dem Wiener Wiesenthal Institut (VWI) wurde Interessierten vermittelt, wie verstreute historische Quellen und Akten des Nationalfonds über digitale Ressourcen wie das Online-Findbuch und das EHRI-Portal für Wissenschaft und private Familienforschung nutzbar gemacht werden können.
Ein wissenschaftliches Highlight folgt vom 28. bis 30. September 2026 in der Ehemaligen Synagoge St. Pölten: Gemeinsam mit dem Institut für jüdische Geschichte Österreichs (Injoest), dem Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) und dem Institut für Zeitgeschichte in München organisiert der Nationalfonds das internationale EHRI-Seminar „Opfer. Täter. Daten.“ Die interdisziplinäre Tagung widmet sich der sensiblen Herausforderung, historische Biografien ethisch verantwortungsvoll in digitale Datensätze zu transformieren, und beleuchtet dabei auch den Einsatz moderner Technologien wie KI und Handschrifterkennung.
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Wir bedanken uns bei allen Partner:innen für die Zusammenarbeit und laden Sie herzlich ein, die kommenden Aktivitäten und Veranstaltungen des Nationalfonds weiterhin aktiv zu begleiten.
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Mit den besten Grüßen,
Ihr Nationalfonds-Team