Im Vorfeld der Veranstaltung zum internationalen Holocaust-Gedenktag im Parlament fand ein Treffen des Zweiten Nationalratspräsidenten, Peter Haubner, und der Vorständin des Nationalfonds, Judith Pfeffer, mit dem Vorstandsvorsitzenden von Yad Vashem, Dani Dayan, sowie Vertreterinnen und Vertretern von Yad Vashem und dem diplomatischen Corps statt. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die vertiefte Zusammenarbeit der beiden Institutionen. Dabei wurde ein Letter of Intent unterzeichnet, der die erfolgreiche Kooperation bekräftigt und ein klares Zeichen für deren Fortführung setzt, insbesondere im Bereich der Katalogisierung und Digitalisierung der Holocaust-relevanten Aktenbestände. Die Materialien sollen der Forschung besser zugänglich gemacht werden und zugleich die Grundlage für zeitgemäße digitale Vermittlungsformate bilden.
Newsletter Februar 2026
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit diesem Newsletter dürfen wir Sie über Neuigkeiten aus dem Nationalfonds und Friedhofsfonds informieren.
📜Erinnerung im Dialog: Ausschreibung für Forschungsaufenthalte in Israel und UK
Das Bundesministerium für europäische und internationale Angelegenheiten und der Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus bringen im Rahmen des Projekts „Erinnerung im Dialog“ zwei Forschungsaufenthalte/Residencies für die Dauer von drei Monaten (ab Mai 2026) zur Ausschreibung.
Mit der Novelle des §58c des Staatsbürgerschaftsgesetzes (StbG) von 2019, welche einem erweiterten Kreis von Nachfahren von Opfern des Nationalsozialismus den Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft ermöglicht, unterstreicht die Republik Österreich erneut den Willen, sich ihrer historischen Verantwortung zu stellen. Rund 40.000 Personen haben seither bereits die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten.
Ziel des Projekts ist die Erforschung, Dokumentation und Sicherung der persönlichen und familiären Geschichten von „Wiederösterreicherinnen und Wiederösterreichern“, die gemäß § 58c StbG die österreichische Staatsbürgerschaft erworben haben, und die aktive Einbindung dieser Geschichten in eine lebendige und generationenübergreifende Erinnerungskultur in Österreich.
Für jeden Forschungsaufenthalt werden die Kosten für Flug, Visagebühren, Unterkunft sowie eine angemessene ortsübliche Aufwandsentschädigung übernommen. Die Richtwerte für die monatliche Aufwandsentschädigung betragen ca. 1.500 EUR für London/Vereinigtes Königreich und ca. 2.000 EUR für Tel Aviv/Israel. Die endgültige Summe wird je nach Projektdesign, Unterbringung und institutioneller Anbindung individuell festgelegt.
Details entnehmen Sie bitte der Ausschreibung. 👉 Bewerbungen können Sie bis 27. Februar 2026 online hier einreichen.
📖Letter of Intent zwischen Nationalfonds und Yad Vashem

Unterzeichnung des Letters of Intent zwischen Nationalfonds und Yad Vashem am 27. Jänner 2026 im Parlament. Foto: Parlamentsdirektion/Johannes Zinner
🥇Einreichfrist für Simon-Wiesenthal-Preis bis Ende März 2026

Foto: © Erich Lessing/Lessingimages Wien
Die Ausschreibung und Bewerbungfrist für den Simon-Wiesenthal-Preis 2025 wurde bis 31. März 2026 verlängert. Die mit insgesamt 30.000 Euro dotierte Auszeichnung wird für zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus und für die Aufklärung über den Holocaust an bis zu drei Personen oder Personengruppen vergeben. Ziel der Arbeiten soll es sein, Wissen über den Holocaust zu vermitteln und dadurch das gesellschaftliche Verständnis für die Mechanismen und Folgen sowie das Bewusstsein für die Gefahren des Antisemitismus zu stärken.
Einreichungen sowie Nominierungen sind über das Onlinebewerbungsformular auf der Simon-Wiesenthal-Preis-Website in deutscher und englischer Sprache möglich. Die Vergabe des Simon-Wiesenthal-Preises erfolgt in den zwei Kategorien zivilgesellschaftliches Engagement gegen Antisemitismus (7.500 Euro) sowie zivilgesellschaftliches Engagement für die Aufklärung über den Holocaust (7.500 Euro). Darüber hinaus wird ein Hauptpreis vergeben, der mit 15.000 Euro dotiert ist.
👉 Zur Einreichung für den Simon-Wiesenthal-Preis
🗣️„Gelesene Erinnerungen“: Kooperationsprojekt zum Holocaust-Gedenktag 2026 im Jüdischen Museum Wien

Schauspieler:innen lesen im Jüdischen Museum Wien aus der Buchreihe „Erinnerungen“. Foto: Jüdisches Museum Wien
Anlässlich des Internationalen Holocaustgedenktags startete letzte Woche das Projekt „Gelesene Erinnerungen“. In Kooperation mit dem Nationalfonds verwandelt sich das Jüdische Museum Wien in einen Ort der aktiven Reflexion und des Zuhörens. Im Zentrum stehen die lebensgeschichtlichen Zeugnisse aus der Buchreihe „Erinnerungen“. Wir haben dafür unsere Buchreihe mit Berichten von Holocaust-Überlebenden zur Verfügung gestellt. Ihre Zeugnisse sind mahnende Erinnerung und wertvolles Vermächtnis zugleich.
Schauspieler:innen aus dem Burgtheater, dem Schauspielhaus Wien, dem Theater in der Josefstadt und dem Volkstheater leihen den Zeitzeug:innen ihre Stimmen. Dank an Sabine Haupt, Markus Hering, Dörte Lyssewski, Markus Meyer, Tobias Reinthaller, Stefan Suske, Grischka Voss und allen weiteren Beteiligten.
Sie sind herzlich eingeladen, in den Räumlichkeiten des Jüdischen Museums in den Büchern der Buchreihe „Erinnerungen“ zu blättern und mehr über die Lebensgeschichten von Opfern des Nationalsozialismus und ihre Schicksale zu erfahren.
📍 Jüdisches Museum Wien, Dorotheergasse 11, 1010 Wien 📅 Noch bis zum 22. Februar 2026
👉 Alle Infos und Termine zu den „Gelesenen Erinnerungen“
✨Nationalfonds-Ausstellung macht Station in Buenos Aires, Tel Aviv und London

Podiumsdiskussion anlässlich der Ausstellungseröffnung im Österreichischen Kulturforum in London am 21. Jänner 2026. Foto: Austrian Cultural Forum London
Unsere Wanderausstellung Vom Vergessen zum Erinnern | From Repression to Remembrance wird aktuell in Buenos Aires, Tel Aviv und seit Kurzem auch in London gezeigt!
“Bridging Generations - 30 Years of the National Fund of the Republic of Austria” lautete der Titel der Versnatltung, mit dem letzte Woche die Ausstellung in London eröffnet wurde. Auf Einladung von Katharina Kastner, Direktorin des Österreichischen Kulturforums in London und nach Worten der Begrüßung des Botschafters der Republik Österreich im Vereinigten Königreich, Bernhard Wrabetz, diskutierten Hedi Argent MBE (Holocaust-Überlebende), Katherine Klinger (Pädagogin, Initiatorin und Vorsitzende der Vortragsreihe Arc of History), Helen Emily Davy (Künstlerin und Forscherin) und Hannah Lessing über Erinnerung, Verantwortung und die Arbeit des Nationalfonds. Es war ein besonderer Abend für alle, die sich mit der österreichischen Geschichte und der Verantwortung für die Zukunft auseinandersetzen – insbesondere für jene, die vor kurzem die österreichische Staatsbürgerschaft erhalten haben.
👉Bildergalerie zur Eröffnung im Austrian Cultural Forum in London
📍 Austrian Cultural Forum, 28 Rutland Gate, London SW7 1PQ 📅 Noch bis zum 13. Februar 2026
Aktuell ist die Ausstellung zudem im Klub der Österreicher in Tel Aviv sowie im Museo del Holocausto in Buenos Aires zu sehen.
👉 Bildergalerie zur Ausstellungseröffnung in Buenos Aires
📸Vermittlungsprojekt und Fotoausstellung „(Mit) Erinnerung leben“

Die von Schülerinnen des SZE Eybnerstraße St. Pölten gestaltete Fotoimpulsausstellung „(Mit) Erinnerung leben“. Foto: Mag. Georg Netter
In Folge der vom Nationalfonds initiierten Workshops für Lehrende am alten und neuen jüdischen Friedhof St. Pölten entstanden mit den Schulklassen der beteiligten Lehrkräfte mehrere spannende Projekte.
Eines dieser Projekte mündete in die sehenswerte Fotoimpulsausstellung „(Mit) Erinnerung leben“, die von Schülerinnen und Schülern der 3A/3B/3DS des Schulzentrums Eybnerstraße (SZE St. Pölten) umgesetzt und von den beiden Lehrkräften Mag. Martin Weber und Mag. Georg Netter begleitet wurde. Dabei werden zwölf ausgewählte Fotos von der Ehemaligen Synagoge und den beiden jüdischen Friedhöfen in St. Pölten in Kombination mit Zitaten des jüdischen Philosophen und Auschwitz-Überlebenden Elie Wiesel sowie aus dem Tenach, der hebräischen Bibel, ausgestellt.
Die Fotos entstanden bei einem Lehrausgang unter dem Motto „Lernen vor Ort: Jüdische Geschichte im Fokus“.
📍Bildungshaus St. Hippolyt, St. Pölten 📅 Noch bis zum 9. Februar 2026
👉 Mehr Informationen hier: https://www.hlwstpoelten.ac.at/mit-erinnerung-leben
💬Zeitzeuginnen- und Zeitzeugenseminar 2026 in Wien

Foto: OeAD/APA-Fotoservice/Rastegar
Am 8. und 9. März 2026 findet das Zeitzeuginnen- und Zeitzeugenseminar in Wien statt, die österreichweit größte Fortbildung für Lehrpersonen zum Thema Zeitzeugenarbeit. Anlässlich des ERINNERN:AT Jahresschwerpunktes 2026 „50 Jahre Volksgruppengesetz“ widmet sich das Seminar nationalen Minderheiten und dabei besonders den Kärntner Sloweninnen und Slowenen/Koroški Slovenci in Slovenke und ihrer Verfolgung während der NS-Zeit. Zudem kommen Lehrkräfte mit NS-Überlebenden in Kontakt und können erste Schritte in der Organisation und Begleitung von Zeitzeugengesprächen setzen. Die Anmeldung ist bis zum 10. Februar möglich.
Zu Programm und Anmeldung:👉https://www.erinnern.at/zeitzeuginnen-seminar-2026
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Mit den besten Grüßen,
Ihr Nationalfonds-Team
