Kurt Püringer

… zum Tode verurteilt

Kurt Püringer wurde am 13. Jänner 1924 in Wien geboren. Hier besuchte er das Gymnasium, bevor er zum Reichsarbeitsdienst und danach zur Wehrmacht eingezogen wurde. Sein Vater war Mitglied der Vaterländischen Front, der Einheitspartei des österreichischen Ständestaates, gewesen. Kurt Püringers politische Ansichten motivierten ihn zu Handlungen, die sich gegen die Wehrmacht richteten. Nach dem Krieg konnte Kurt Püringer in England seine Ausbildung fortsetzen und Medizin studieren. Dr. Püringer emigrierte schließlich nach Kanada, wo er heute noch lebt.

Schwarz-weiß-Foto: Junge Männer probieren Uniformen.
Arbeitsmänner beim Ausfassen der Uniform, Reichsarbeitsdienst um 1938.
Foto: ÖNB

Ich habe von Ende 1944 bis zum Kriegsende 1945 gegen den Nazismus gearbeitet, indem ich als Angehöriger der Deutschen Wehrmacht Zivilkleider für Soldaten besorgte, die sich von der Truppe absetzen wollten. Bin knapp vor Kriegsende ertappt worden, wurde im Raum St. Pölten verhaftet und vor ein Kriegsgericht gestellt, als schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Bin während eines Beschusses durch russische Raketen entkommen und war versteckt bis zur russischen Besetzung von Ostösterreich. Dann bin ich nach Wien, dem Wohnort meiner Eltern, zurückgekehrt. Seither leide ich an hohem Blutdruck, bin seit ca. 45 Jahren wegen dieser Krankheit in Behandlung und musste deswegen meinen Beruf frühzeitig aufgeben. Mein Gesundheitszustand ist auf die damaligen Ereignisse zurückzuführen.