Susanne Friedmann

Drei Jahre lang

Susanne Friedmann wurde am 10. März 1926 als Jüdin in Wien geboren. Drei Jahre lang floh sie mit ihren Eltern von einem Land in das nächste. Heute lebt Frau Friedmann in den USA.

Dokument: Argentinischer Reisepass, auf spanisch ausgefüllt.
Der in Zagreb ausgestellte argentinische Reisepass von Susanne Friedmann und ihrer Mutter, Oktober 1940.
Foto: Susanne Friedmann

Meine Eltern hatten große Angst, weil Freunde in Konzentrationslager verschickt wurden. Da wir eine Fabrik in Tschechien hatten, wollten wir zuerst dorthin, um Geld zu besorgen, und dann aus Europa weg, aber das Visum kam nicht. So sind wir drei Jahre von einem Land ins andere und blieben immer so lange, wie das jeweilige Visum gültig war.

Da wir erst im Dezember 1938 nach Tschechien kamen und Hitler im März 1939 kam, sind wir wieder weg. Als wir in Italien waren, ist Italien in den Krieg eingetreten. So sind wir wieder weg.

Im Herbst 1940 in Jugoslawien hörte mein Vater, dass der argentinische Konsul in Belgrad Pässe verkauft, gültig für alle Länder außer Argentinien. Damit sind wir in die Türkei.

1941, als Hitler an der türkischen Grenze war, sind wir nach Palästina, wo uns die Engländer eingesperrt haben.

Drei Jahre lang bin ich nicht in einer richtigen Schule gewesen.

Als uns die Engländer entlassen haben, hat dann ein normaleres Leben angefangen, obwohl es uns die ersten Jahre recht schlecht ging.