GEDENKEN NEU DENKEN

Von historischer Verantwortung zur digitalen Gegenwart

Die Konferenz „Gedenken neu denken“ widmet sich der Frage, wie Holocaust-Leugnung und Holocaust-Verzerrung in digitalen Räumen wirksam begegnet werden kann.

Digitale Medien eröffnen neue Möglichkeiten der Geschichtsvermittlung. Zugleich werden historische Fakten dort verzerrt, relativiert oder gezielt in Frage gestellt. Antisemitische und antiziganistische Narrative treten häufig codiert, indirekt und algorithmisch verstärkt auf.

Vor diesem Hintergrund lädt die Konferenz dazu ein, Erinnerungsarbeit als aktiven Auftrag für Gegenwart und Zukunft zu verstehen.

Ausgehend vom Leitgedanken „Gedenken ist, was man tut“ wird sie als interaktives Setting gestaltet: Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Perspektiven und Zugängen kommen miteinander ins Gespräch, reflektieren aktuelle Herausforderungen und entwickeln gemeinsam neue Ansätze für eine zeitgemäße Holocaust-Vermittlung.

Die Konferenz geht zwei zentralen Fragen nach:

Wie begegnen wir digitaler Geschichtsverzerrung wirksam?
Wie kann Holocaust-Vermittlung heute zeitgemäß, zugänglich und zukunftsorientiert wirken?

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten diskutieren die Teilnehmenden, wie Gedenken in der digitalen Gegenwart lebendig, verantwortungsvoll und gesellschaftlich relevant bleiben kann.

Wann: Freitag,19. Juni 2026 von 10:00 bis 16:00 Uhr.

Wo: Parlament Österreich

Programm:

Eröffnungsworte

Peter Haubner
Zweiter Präsident des Nationalrates und Vorsitzender des Kuratoriums des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus

Keynote

Bernhard Pörksen
Professor für Medienwissenschaft, Universität Tübingen und Buchautor

Im Gespräch

Ingrid Brodnig
Journalistin und Autorin

Jannis Johannmeier
Gründer und Geschäftsführer, The Trailblazers GmbH

Impulsvortrag

Ralph Janik
Assistenzprofessor für Völkerrecht und Menschenrechte, Sigmund Freud Privatuniversität

Interaktive Gestaltungs-Session: "Gedenken ist, was man tut."

Leitgedanke der Gestaltungs-Session: BIG JAM

Gedenken ist, was man tut. Erinnerung lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen, Fragen stellen und Zukunft gestalten. In der Big Jam widmen wir uns acht zentralen Fragestellungen, die dazu einladen, Erinnerungsarbeit bzw. Gedenken neu zu denken, weiterzuentwickeln und gemeinsam wirksam zu machen.

Was ist eine BIG JAM?

Eine BIG JAM ist ein offenes Format, in dem Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven gemeinsam an Ideen arbeiten, diese aufgreifen und weiterentwickeln. Im Mittelpunkt stehen Austausch, Kreativität und das gemeinsame Gestalten von Lösungen, die durch das Zusammenspiel vieler unterschiedlicher Stimmen entstehen und im Anschluss auch in Ideenkonzepte gegossen und präsentiert werden.

Session 1: Erkunden, Verstehen und Zukunft gestalten

  • Einführung in die Methode und die Themenfelder
  • Exploration des Status quo der Erinnerungsarbeit
  • Sternstunden des Erinnerns: Was gelingt heute besonders gut?
  • Herausforderungen und Brennpunkte: Wo stoßen wir an Grenzen?
  • Perspektiven unterschiedlicher Akteur sichtbar machen
  • Identifikation von Chancen und Zukunftsfeldern
  • Was wollen wir bewahren, weiterentwickeln oder neu denken?
  • Auswahl der Fragestellungen und Arbeit in den Themenräumen

Session 2: Ideen verfeinern und konkrete Prototypen entwickeln

  • Austausch der Ergebnisse zwischen den Gruppen
  • Weiterentwicklung und Schärfung der Ideen
  • Re-Design bestehender Formate und Zugänge
  • Entwicklung neuer Ansätze für Erinnerung und Vermittlung
  • Formulierung konkreter Handlungsansätze und Kooperationen
  • Entwicklung von neuen Möglichkeiten für eine lebendige Kultur des Erinnerns
  • Ableitung von konkreten Prototypen und Zukunftsimpulsen
  • Gemeinsamer Ausblick: Die Zukunft des Erinnerns

Moderation

Rebekka Salzer
Journalistin, ORF

Für Fragen steht Ihnen das Team des Nationalfonds gerne unter office@nationalfonds.org zur Verfügung.

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